03. April 2025
Pressekit
Digitale, energieautarke Erweiterung für bestehende Litfaßsäulen informiert und warnt Bürgerinnen und Bürger bei Gefahren und im Krisenfall
Die klassische, seit über 170 Jahren bekannte Litfaßsäule erfährt eine Renaissance als Warnmultiplikator. Die Idee: Wenn bei einem langanhaltenden Stromausfall andere Kommunikationsmedien wie Mobilfunk, Internet oder Fernsehen ausfallen, kann die energieautarke Litfaßsäule 4.0 Menschen weiterhin informieren. Am Donnerstag nahmen das LOEWE-Zentrum emergenCITY, die Technische Universität Darmstadt und das Medienhaus Ströer den in einer gemeinsamen Forschungskooperation entstandenen Prototypen auf dem Riegerplatz in Darmstadt in Betrieb. Neben der technischen Erprobung sollen wissenschaftliche Untersuchungen im Anschluss zeigen, wie die Darmstädter die Warnsäule wahrnehmen.
Die Litfaßsäule 4.0 ist eine Erweiterung für bestehende Litfaßsäulen, bei dem das bestehende Kapitell durch einen neuen Aufsatz ersetzt wird, der mit drei LED-Displays ausgestattet ist, welche Informationen und Warnungen von Behörden anzeigen können. Betrieben wird die digitale Anzeige durch eine Methanol-Brennstoffzelle. Zwei Photovoltaikmodule auf dem Dach sichern den Stand-by-Betrieb des Empfängers, den die Feuerwehr per Funk ansteuern kann. Bei einem Stromausfall kann die Litfaßsäule bis zu 72 Stunden betrieben werden. Perspektivisch soll der neue Warnmultiplikator auch in das Modulare Warnsystem des Bundes integriert werden.
Seit 2020 beschäftigen sich Forschende des LOEWE-Zentrums emergenCITY mit der Frage, wie resiliente Informations- und Kommunikationssysteme dazu beitragen können, Menschen besser auf Katastrophen vorzubereiten. Blackouts, also großflächige, lang andauernde Stromausfälle, sind äußerst selten. Doch angesichts steigender Bedrohungen durch Naturkatastrophen oder geopolitische Konflikte, durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung sind insbesondere kritische Infrastrukturen verwundbar. Fällt der Strom länger aus, können weder Mobilfunknetze, Festnetztelefonie, Internet noch Fernsehen ausreichend mit Notstrom versorgt werden. Sie stünden für die Krisenkommunikation nicht mehr zur Verfügung.
Bei der Suche nach geeigneten Medien, stieß Architekt und emergenCITY-Wissenschaftler Dr. Joachim Schulze auf einen Klassiker der Außenwerbung, die Litfaßsäule. „Die in Städten gleichmäßig verteilten Säulen bieten einige Vorteile: Sie gehören zum Stadtbild, allein 155 gibt es in Darmstadt, deutschlandweit sind es rund 65.000. Im Gegensatz zu anderen digitalen Außenmedien befinden sie sich in Wohnquartieren, in der Kernstadt nur 300 Meter zu Fuß entfernt“, sagte Schulze, der auch Initiator der Litfaßsäule 4.0 ist. In einer seit Oktober 2023 bestehenden Forschungskooperation entwickelten die emergenCITY-Forschenden gemeinsam mit Ströer den Prototypen. Weitere Partner wie die Wissenschaftsstadt Darmstadt, Darmstadt Marketing GmbH sowie die Feuerwehr Darmstadt wurden einbezogen.
„Die Litfaßsäule ist ein Stadtmöbel mit einer sehr langen Historie, einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung und einer unverwechselbaren Präsenz in unseren Städten. Seit jeher war es die Aufgabe der Litfaßsäule, Bürger:innen über Amtsmitteilungen oder wichtige und dringende Nachrichten zu informieren. Durch die neue Möglichkeit der digitalen Darstellung der Motive können Außenmedien in Echtzeit kommunizieren. Sie übernehmen daher heute immer mehr zusätzliche Aufgaben und zählen durch die Anbindung an das Warnsystem des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mittlerweile zur Warn- und Sicherheitsinfrastruktur im öffentlichen Raum. Viele tausend Screens bundesweit sind bereits an das System angeschlossen und können so durch Warnmeldungen – z.B. der örtlichen Krisenstäbe – unterbrochen werden, um die Bevölkerung in Echtzeit und mit hohem Reichweitenaufbau zu informieren“, sagt Alexander Stotz, CEO Ströer Media Deutschland GmbH.
In den nächsten sechs Monaten untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von emergenCITY sowie dem ebenfalls an der TU Darmstadt angegliederten und in Gründung befindlichen Anwender- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange zunächst, wie die Litfaßsäule 4.0 von den Stadtbewohner:innen angenommen wird. Dazu sind unter anderem Umfragen, Zählungen sowie Mensch-Computer-Interaktionsstudien geplant. Gemeinsam mit Ströer, der Feuerwehr, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Darmstadt Marketing GmbH, die jeweils auch Partner des Projektes sind, erfolgen weitere Tests.
Über das LOEWE-Zentrum emergenCITY
Wie kann die Funktionsfähigkeit von Städten mit digital vernetzten Infrastrukturen auch in Katastrophen sichergestellt werden? Das LOEWE-Zentrum emergenCITY forscht seit 2020 an resilienten Infrastrukturen, die digitale Städte vor Krisen und Katastrophen schützen. Die Lösungskonzepte umfassen moderne Informations- und Kommunikationstechnik, Cyber-Physische Systeme sowie die historischen, rechtlichen, sozialen und baulichen Aspekte der Krisen- und Katastrophenabwehr. Mehr als 90 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in vier vernetzten Programmbereichen und sechs Forschungsmissionen zusammen.
emergenCITY ist eine interdisziplinäre und standortübergreifende Kooperation, an der die Partneruniversitäten Technische Universität Darmstadt, Universität Kassel und Philipps-Universität Marburg beteiligt sind. Zu den assoziierten Partnern zählen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Forschung wird durch das LOEWE-Forschungsförderungsprogramm des Bundeslandes Hessen gefördert. LOEWE steht für Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz.
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